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Wohnungsgenossenschaft Böhlen eG

Geschichte - Information - Entwicklung

Die Idee des genossenschaftlichen Wohnens hat sich bei der WG Böhlen eG bestens bewährt und hat auch in Zukunft nicht ausgedient. Im Gegenteil – in Zeiten steigender Mieten und um sich greifender Spekulation bedeutet das Wohnen unter einem Genossenschaftsdach ein bedeutendes Maß an Sicherheit. Jeder unserer Mieter ist zwingend Mitglied der Genossenschaft und dadurch Miteigentümer! Jedes der mehr als 1.500 Mitglieder hat bei den Wahlen innerhalb der Genossenschaft genau eine Stimme, unabhängig von seinen finanziellen Ressourcen oder persönlichen Beziehungen! Es kann im Rahmen der Satzung und des Genossenschaftsgesetzes Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen, indem es sich beispielsweise als Vertreter oder sogar als Aufsichtsratsmitglied zur Wahl stellt und innerhalb dieser Gremien mitarbeitet. Als Mieter einer Genossenschaftswohnung ist man vor Kündigungen geschützt und genießt lebenslanges Wohnrecht. Die WG Böhlen eG ist auch eine Solidargemeinschaft, in der auf den effektiven Einsatz der erwirtschafteten Mittel geachtet und das genossenschaftliche (=gemeinschaftliche) Eigentum pfleglich behandelt wird. Hier zu wohnen ist mehr als das ansonsten oft übliche Geschäft „Geld gegen Wohnraum“. Bei uns werden Traditionen und genossenschaftliche Werte hoch gehalten. Dabei legen wir Wert auf intakte Hausgemeinschaften in denen „man sich kennt“ und aktive Genossenschafter. Für ein modernes und kundenorientiertes Serviceangebot sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle in Böhlen. Mit einer Vielzahl von örtlichen Dienstleistungs- und Handwerksfirmen arbeitet die WG Böhlen eG langjährig und vertrauensvoll zusammen – immer im Dienst der Genossenschaft und ihrer Mitglieder.

Kurzgeschichte der WG Böhlen eG

Gegründet in den ersten Jahren der DDR, konkret am 28. April 1954 als Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft des VEB Kombinat „Otto Grotewohl“ Böhlen, weist die Geschichte der Wohnungsgenossenschaft Böhlen eG mittlerweile mehr als sechs Jahrzehnte auf. Diese waren zum Teil sehr bewegt. In den ersten Jahren galt es, die damals herrschende Wohnungsnot zu lindern, indem sich vor allem im Trägerbetrieb Beschäftigte in der Genossenschaft zusammenfanden um gemeinsam neuen Wohnraum für sich und ihre Familien zu schaffen. Wesentlicher Bestandteil dieser Aufbauarbeiten waren die Eigenleistungen der Mitglieder, welche neben den Zahlungen der Anteile auch die Beteiligung an den anfallenden Bau- und Verwaltungsarbeiten mit vorsahen. In sieben Städten und Gemeinden rund um den Trägerbetrieb wuchs bis Anfang der 1980er Jahre der Wohnungsbestand der Genossenschaft auf gut 1.450 Wohnungen an.

Im Zuge der politischen Wende ab 1990 änderte sich auch bei der Genossenschaft vieles. Aus der alten „AWG“ entstand die heutige „Wohnungsgenossenschaft Böhlen eG“. Neue Strukturen wurden eingeführt und der Übergang von der sozialistischen Planwirtschaft hin zur sozialen Marktwirtschaft mit all ihren größeren und kleineren Ausprägungen erfolgreich vollzogen. Nachdem die größten Umstellungsprobleme gelöst waren erfolgte nun ab Mitte der 1990er Jahre eine zweite Investitionswelle: Eine Vielzahl von Krediten wurden aufgenommen um den erheblichen Instandhaltungs- und Modernisierungsrückstand zu beseitigen. Zusätzlich wurde der Anbau von Balkonen forciert. Ende der 2000er Jahre war dieses Programm erfolgreich abgeschlossen, der gesamte Bestand ist durchmodernisiert, und über 96% der Wohnungen verfügen über einen Balkon. Parallel dazu wurden die Modernisierungs- und Altschuldenkredite zurückbezahlt. Regelmäßig werden seitdem die Treppenhäuser malermäßig instandgesetzt, die Fassaden saniert und die Außenanlagen neu gestaltet.

Ab 2015 war die WG Böhlen eG schuldenfrei, alle Modernisierungsdarlehen sowie die Altschulden aus DDR-Zeiten sind zurückgezahlt. Im gleichen Jahr wurden knapp 1.000 Wohnungen an das Glasfasernetz angeschlossen und moderne Multimediaanschlüsse in den Wohnungen hergestellt. Ab dem Folgejahr wurden alle Mieter von Kabelgebühren für die TV-Grundversorgung freigestellt – die Kosten trägt seitdem die Genossenschaft. Nun wurde auch ein neues Investitionsprogramm aufgelegt: Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, in den folgenden Jahren an den unterschiedlichen Standorten moderne und unterschiedlichsten Ansprüchen genügende Wohnungen neu zu bauen. Auch gezielte Zukäufe sind grundsätzlich denkbar. Los ging es mit dem Vorhaben „Körnerplatz 9“ in Leipzig Zentrum-Süd (Fertigstellung 1.Quartal 2019, voll vermietet) und anschließend der Bau „Wilhelm-Wander-Str. 1b“ in Böhlen-Süd (Fertigstellung Ende 2019). Anfang 2019 startete dann der Neubau in der Bernhard-Göring-Str. 42a (21 Wohnungen zzgl. Sozialeinrichtung, Tiefgarage), ebenfalls in Leipzig Zentrum-Süd. Weitere Vorhaben sind angedacht und bereits in Planung, sowohl in Leipzig als auch in den ländlicheren Standorten im Landkreis Leipzig. Gleichzeitig werden die Investitionen in den Altbestand auf hohem Niveau beibehalten, um weiterhin den Mitgliedern ein möglichst angenehmes Leben bei günstigen Mieten in den Wohnanlagen der Genossenschaft zu ermöglichen. In unregelmäßigen Abständen erfolgen zudem genossenschaftliche Rückvergütungen und damit die Teilhabe aller Mieter an der gesunden wirtschaftlichen Entwicklung.